Ratgeber

Katzengesundheit: Impfung, Kastration, Erbkrankheiten

Impfschutz, Kastration, Chip, jährliche Vorsorge und die wichtigsten Erbkrankheiten bei Rassekatzen, mit der Rechtslage in Österreich und Deutschland.

Katzen sind Meisterinnen darin, Unwohlsein zu verbergen. Gerade deshalb lohnt sich Vorsorge: Viele Erkrankungen lassen sich vermeiden oder früh erkennen, bevor sie ernste Folgen haben. Diese Seite gibt einen Überblick über Impfungen, Kastration, Kennzeichnung, Vorsorge und die wichtigsten erblichen Erkrankungen bei Rassekatzen. Sie ersetzt nicht das Gespräch mit Ihrer Tierarztpraxis, sondern hilft Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen.

Wichtig: Wenn Ihre Katze akut krank wirkt, Atemnot hat, nicht mehr frisst oder ein Kater nicht urinieren kann, rufen Sie sofort eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an. Diese Seite ist keine Diagnosehilfe.

Impfungen: Grundschutz für jede Katze

Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen der Tiermedizin. Man unterscheidet Impfungen, die jede Katze erhalten sollte, und solche, die von den Lebensumständen abhängen.

Grundimpfungen für alle Katzen

  • Katzenseuche (Panleukopenie): eine hoch ansteckende, oft tödliche Viruserkrankung, besonders für Kitten. Das Virus ist in der Umwelt sehr widerstandsfähig und kann auch in eine Wohnung eingeschleppt werden.
  • Katzenschnupfen: ein Komplex aus mehreren Erregern, vor allem felinen Herpes- und Caliciviren. Die Impfung verhindert nicht jede Infektion, mildert aber den Verlauf deutlich.

Impfungen je nach Lebensweise

  • Tollwut: für Freigänger sinnvoll und für Reisen ins Ausland vorgeschrieben.
  • Leukose (FeLV): für Katzen mit Freigang oder Kontakt zu fremden Katzen, nach vorherigem Test.

Kitten erhalten eine Grundimmunisierung in mehreren Terminen ab einem Alter von etwa acht Wochen, gefolgt von einer Auffrischung. Danach legt die Tierarztpraxis die Abstände fest, die je nach Impfstoff und Risiko unterschiedlich sind. Bringen Sie den Impfpass oder EU-Heimtierausweis zu jedem Termin mit.

Kastration: Pflicht für Freigänger in Österreich

Eine Kastration verhindert unerwünschten Nachwuchs und damit das Elend verwilderter Katzenpopulationen. Bei Katern reduziert sie in der Regel Markierverhalten, Revierkämpfe und weites Umherstreifen, bei Kätzinnen die Belastung durch ständige Rolligkeit.

In Deutschland gibt es keine bundesweite Kastrationspflicht. Viele Städte und Gemeinden haben aber auf Grundlage des Tierschutzgesetzes Katzenschutzverordnungen erlassen, die für Freigänger Kastration und Kennzeichnung vorschreiben. Ob das an Ihrem Wohnort gilt, erfahren Sie bei der Gemeinde oder dem Veterinäramt.

Nach der Kastration sinkt häufig der Energiebedarf, während der Appetit bleibt. Passen Sie die Futtermenge an, damit Ihre Katze nicht zunimmt. Mehr dazu unter Katzenernährung.

Mikrochip und Heimtierdatenbank

Ein Mikrochip ist ein reiskorngroßer Transponder, der unter die Haut gesetzt wird und eine eindeutige Nummer trägt. Damit ein Fundtier zugeordnet werden kann, muss die Nummer in einer Datenbank registriert sein.

In Österreich ist die Kennzeichnung mit Chip und die Registrierung in der Heimtierdatenbank für Zuchtkatzen vorgeschrieben. Für alle anderen Katzen ist sie freiwillig, wird aber von Tierschutzorganisationen dringend empfohlen. Viele Halter registrieren ihre Katze zusätzlich in privaten Haustierregistern. Die 2026 beschlossene EU-Verordnung über das Wohlergehen und die Rückverfolgbarkeit von Hunden und Katzen sieht nach langen Übergangsfristen auch für privat gehaltene Katzen eine Chippflicht vor.

Für Reisen innerhalb der EU braucht eine Katze einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis.

Vorsorge: einmal im Jahr zum Check

Eine jährliche Untersuchung bei der Tierarztpraxis ist für erwachsene Katzen sinnvoll, für ältere Katzen ab etwa zehn Jahren oft halbjährlich. Dabei werden unter anderem Gewicht, Zähne, Herz, Lunge, Augen, Ohren und Fell geprüft, bei Bedarf auch Blut und Urin. Viele Erkrankungen älterer Katzen, etwa der Nieren oder der Schilddrüse, lassen sich so früh erkennen.

Zur Vorsorge gehören außerdem:

  • Parasitenschutz: Entwurmung und Floh- oder Zeckenschutz je nach Lebensweise, abgestimmt mit der Praxis.
  • Zahngesundheit: Zahnstein und Zahnfleischentzündungen sind bei Katzen häufig und schmerzhaft.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht begünstigt Diabetes, Gelenkprobleme und andere Erkrankungen.

Erbkrankheiten bei Rassekatzen

Bei einigen Rassen sind bestimmte erbliche Erkrankungen bekannt. Verantwortungsvolle Züchter lassen ihre Zuchttiere darauf untersuchen.

  • HCM (hypertrophe Kardiomyopathie): die häufigste Herzerkrankung bei Katzen, bei der sich der Herzmuskel verdickt. Sie kommt bei vielen Rassen und auch bei Hauskatzen vor. Für Maine Coon und Ragdoll gibt es Gentests auf bekannte Mutationen, zusätzlich ist Herzultraschall der Zuchttiere wichtig.
  • PKD (polyzystische Nierenerkrankung): Zysten in den Nieren, die die Nierenfunktion mit der Zeit beeinträchtigen. Bekannt vor allem bei der Perserkatze und verwandten Rassen wie der Britisch Kurzhaar. Ein Gentest zeigt die Veranlagung.
  • SMA (spinale Muskelatrophie): eine erbliche Nervenerkrankung bei der Maine Coon, für die es einen Gentest gibt.
  • GSD IV (Glykogenspeicherkrankheit Typ IV): eine seltene, schwere Stoffwechselerkrankung bei der Norwegischen Waldkatze, ebenfalls per Gentest vermeidbar.
  • Folgen extremer Zuchtmerkmale: etwa Atem- und Augenprobleme bei sehr kurznasigen Katzen.

Ein negativer Gentest der Elterntiere ist kein Gesundheitszeugnis für das ganze Leben, senkt aber das Risiko für die jeweilige Erkrankung erheblich. Welche Tests bei welcher Rasse üblich sind, zeigt die Übersicht in Seriöse Züchter erkennen.

Warnzeichen: wann zum Tierarzt?

Gehen Sie zeitnah zur Tierarztpraxis, wenn Ihre Katze länger als einen Tag nicht frisst, wiederholt erbricht oder Durchfall hat, auffällig viel oder wenig trinkt, sich zurückzieht, beim Putzen eine Stelle auffällig bearbeitet oder hinkt. Sofort handeln sollten Sie bei Atemnot, Atmung mit offenem Maul, Krampfanfällen, Verdacht auf Vergiftung und bei einem Kater, der vergeblich versucht zu urinieren. Viele Zimmer- und Gartenpflanzen sind für Katzen giftig, besonders gefährlich sind Lilien. Mehr zur sicheren Wohnung steht unter Katzenhaltung.

In diesem Bereich

Mehr zu Katzengesundheit

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welche Impfungen braucht eine Wohnungskatze?
Auch reine Wohnungskatzen sollten gegen Katzenseuche (Panleukopenie) und Katzenschnupfen geimpft sein, denn die Erreger können über Schuhe, Kleidung oder Gegenstände in die Wohnung gelangen. Ob weitere Impfungen sinnvoll sind, etwa gegen Tollwut oder Leukose, hängt von Freigang, Reisen und Kontakt zu anderen Katzen ab und wird mit der Tierarztpraxis abgestimmt.
Ab wann sollte eine Katze kastriert werden?
Viele Tierärztinnen und Tierärzte kastrieren Katzen um den Beginn der Geschlechtsreife, häufig im Alter von etwa fünf bis sechs Monaten, manche auch früher. Den passenden Zeitpunkt legen Sie gemeinsam mit der Praxis fest. Freigänger sollten kastriert sein, bevor sie das erste Mal hinausdürfen.
Muss ich meine Katze in Österreich chippen lassen?
Verpflichtend ist der Mikrochip in Österreich für Katzen, die zur Zucht verwendet werden. Für alle anderen Katzen ist er freiwillig, aber sehr empfehlenswert, vor allem bei Freigängern. Für Reisen ins Ausland ist er zusammen mit dem EU-Heimtierausweis und der Tollwutimpfung ohnehin nötig.
Woran erkenne ich, dass meine Katze krank ist?
Katzen verbergen Schmerzen oft lange. Warnzeichen sind Appetitlosigkeit über mehr als einen Tag, häufiges Erbrechen, Durchfall, auffällig viel oder wenig Trinken, Probleme beim Urinieren, Rückzug, struppiges Fell, Atemnot oder Atmen mit offenem Maul. Ein Kater, der vergeblich versucht zu urinieren, ist ein Notfall.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.