Ratgeber

Katzenernährung: Futter, Mengen, Fehler

Katzen sind Fleischfresser mit besonderen Bedürfnissen: was gutes Futter ausmacht, wie viel Ihre Katze braucht und welche Fehler Sie vermeiden sollten.

Weiß-bunte Katze schnuppert neugierig an einer Tasse auf einem Holztisch

Ernährung ist einer der größten Hebel für ein langes, gesundes Katzenleben. Übergewicht ist bei Wohnungskatzen weit verbreitet, gleichzeitig kursieren viele Mythen, von der Schale Milch bis zum Fisch als Hauptnahrung. Diese Seite erklärt die Grundlagen: was eine Katze braucht, wie Sie gutes Futter erkennen, wie viel davon angemessen ist und welche Fehler häufig passieren.

Katzen sind echte Fleischfresser

Anders als Hunde sind Katzen obligate Fleischfresser. Ihr Stoffwechsel ist darauf ausgelegt, Energie vor allem aus Eiweiß und Fett tierischen Ursprungs zu gewinnen. Einige lebenswichtige Nährstoffe kann der Katzenkörper nicht oder nicht ausreichend selbst herstellen und muss sie mit der Nahrung aufnehmen. Das bekannteste Beispiel ist Taurin, eine Aminosäure, deren Mangel unter anderem zu Herz- und Augenerkrankungen führen kann. Gutes Katzenfutter enthält deshalb ausreichend Taurin.

Gutes Futter erkennen

Für die tägliche Ernährung brauchen Sie ein Alleinfuttermittel. Diese Bezeichnung steht auf der Verpackung und bedeutet, dass das Futter alle nötigen Nährstoffe enthält. Ein Ergänzungsfuttermittel dagegen, etwa viele Snacks oder reine Fleischdosen, reicht als alleinige Nahrung nicht aus.

Beim Blick auf die Zutatenliste helfen ein paar Faustregeln:

  • Fleisch an erster Stelle: Die Zutaten sind nach Gewichtsanteil sortiert. Ein hoher, klar benannter Fleischanteil ist ein gutes Zeichen.
  • Wenig Zucker und Füllstoffe: Zucker und Karamell gehören nicht in Katzenfutter, größere Mengen Getreide oder Gemüse sind für Katzen kein Vorteil.
  • Passend zur Lebensphase: Kitten, erwachsene Katzen und Senioren haben unterschiedliche Bedürfnisse.

Der Preis allein sagt wenig über die Qualität. Auch die Akzeptanz zählt: Das beste Futter nützt nichts, wenn die Katze es nicht frisst.

Nassfutter oder Trockenfutter?

Beide Formen können vollwertig sein, sie haben aber unterschiedliche Eigenschaften:

Nassfutter Trockenfutter
Feuchtigkeit hoch, liefert einen Teil des Wasserbedarfs gering, die Katze muss mehr trinken
Energiedichte niedriger, größere Portionen hoch, schon kleine Mengen sind viel
Haltbarkeit offen kurz, Reste in den Kühlschrank lang, praktisch für Futterspielzeug
Typische Fehler angetrocknete Reste im Napf zu großzügig geschätzte Portionen

Die Hauskatze stammt von der Falbkatze ab, die in trockenen Regionen lebt, und trinkt oft wenig. Nassfutter hilft, die Flüssigkeitsaufnahme zu erhöhen, was für Nieren und Harnwege günstig sein kann. Viele Halter füttern deshalb überwiegend nass und ergänzen kleine Mengen Trockenfutter, etwa für Futterspiele.

Wie viel Futter braucht eine Katze?

Eine pauschale Grammzahl gibt es nicht. Der Bedarf hängt ab von Gewicht, Alter, Aktivität, Kastration und dem Energiegehalt des Futters. So gehen Sie vor:

  1. Startwert: Nehmen Sie die Fütterungsempfehlung des Herstellers für das Idealgewicht Ihrer Katze, nicht für ihr aktuelles Gewicht, falls sie zu dick oder zu dünn ist.
  2. Abwiegen: Wiegen Sie die Tagesmenge morgens ab und verteilen Sie sie auf mehrere Mahlzeiten. Leckerlis zählen mit.
  3. Kontrollieren: Wiegen Sie die Katze regelmäßig und tasten Sie die Rippen. Sie sollten sie unter einer dünnen Fettschicht leicht fühlen, aber nicht sehen können. Von oben ist bei den meisten Katzen eine leichte Taille erkennbar.
  4. Anpassen: Nimmt die Katze zu oder ab, ändern Sie die Menge in kleinen Schritten.

Nach der Kastration sinkt der Energiebedarf oft spürbar. Ruhige Rassen wie die Britisch Kurzhaar nehmen besonders leicht zu, große, lange wachsende Rassen wie die Maine Coon brauchen dagegen über längere Zeit energiereiches Futter für das Wachstum.

Wasser: der unterschätzte Teil der Ernährung

Stellen Sie mehrere Wasserstellen auf, nicht direkt neben dem Futternapf und nicht neben der Toilette. Viele Katzen trinken lieber aus breiten Schalen oder aus Trinkbrunnen mit fließendem Wasser. Wechseln Sie das Wasser täglich. Trinkt Ihre Katze plötzlich deutlich mehr als sonst, kann das ein Krankheitszeichen sein, etwa bei Nierenerkrankungen oder Diabetes. Dann gehört sie in die Tierarztpraxis, siehe Katzengesundheit.

Häufige Fehler

  • Kuhmilch: Viele erwachsene Katzen vertragen Milchzucker schlecht.
  • Hundefutter: Es enthält in der Regel zu wenig Taurin und ist nicht auf Katzen abgestimmt.
  • Essensreste: Zwiebeln, Knoblauch und Schokolade sind für Katzen giftig, stark gewürzte und salzige Speisen ungeeignet.
  • Roher Fisch und rohes Schweinefleisch: Roher Fisch kann Stoffe enthalten, die Vitamin B1 abbauen, rohes Schweinefleisch kann Krankheitserreger übertragen.
  • Zu viele Leckerlis: Sie summieren sich schnell zu einem erheblichen Teil der Tagesration.
  • Futterwechsel über Nacht: Stellen Sie neues Futter über mehrere Tage schrittweise um, sonst drohen Verdauungsprobleme.

Besondere Lebensphasen

Kitten brauchen energie- und nährstoffreiches Kittenfutter in mehreren kleinen Mahlzeiten. Seniorenkatzen fressen oft weniger, haben empfindlichere Zähne und manchmal Nierenprobleme. Bei ihnen lohnt es sich, Futterwahl und Menge mit der Tierarztpraxis abzustimmen. Katzen mit Erkrankungen wie Nierenschwäche, Diabetes oder Allergien brauchen oft eine spezielle Diät, die nur in Absprache mit der Praxis gefüttert werden sollte.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wie oft am Tag sollte ich meine Katze füttern?
Erwachsene Katzen fressen von Natur aus lieber mehrere kleine Portionen als eine große. Bewährt haben sich mindestens zwei, besser drei bis vier Mahlzeiten am Tag. Kitten brauchen häufiger kleine Portionen. Wichtig ist, dass die Tagesmenge insgesamt stimmt.
Dürfen Katzen Milch trinken?
Kuhmilch ist für erwachsene Katzen nicht geeignet, weil viele von ihnen Milchzucker schlecht vertragen und Durchfall bekommen. Katzen brauchen nach der Säugezeit keine Milch, sondern frisches Wasser. Spezielle Katzenmilch ist ein Leckerli mit Kalorien, kein Getränk.
Kann ich meine Katze vegetarisch oder vegan ernähren?
Davon raten Tiermedizinerinnen und Tiermediziner ab. Katzen sind auf Nährstoffe angewiesen, die natürlicherweise vor allem in tierischem Gewebe vorkommen, etwa Taurin und bestimmte Fettsäuren und Vitamine. Eine fleischlose Ernährung birgt ein hohes Risiko für Mangelerscheinungen.
Ist Trockenfutter schlecht für Katzen?
Nicht grundsätzlich. Hochwertiges Trockenfutter ist ein vollwertiges Alleinfutter, aber energiereich und arm an Feuchtigkeit. Wer überwiegend trocken füttert, sollte genau abwiegen und darauf achten, dass die Katze genug trinkt. Viele Halter kombinieren Nass- und Trockenfutter.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.