Ratgeber

Katze adoptieren: Tierheim, Tierschutz, Ablauf

Vom ersten Besuch im Tierheim bis zur Eingewöhnung zu Hause: wie die Adoption einer Katze abläuft und wie Sie Ihrer neuen Mitbewohnerin den Start leicht machen.

Junges Kätzchen streckt vor türkisfarbenem Hintergrund neugierig eine Pfote nach oben

Wer einer Katze aus dem Tierheim ein Zuhause gibt, schenkt einem Tier eine zweite Chance und bekommt oft eine treue Begleiterin. In Tierheimen und bei Tierschutzvereinen warten Katzen jeden Alters, vom Kitten bis zur Seniorin, auf ein neues Zuhause. Damit die Adoption für beide Seiten gelingt, braucht es etwas Vorbereitung, ein wenig Geduld und realistische Erwartungen. Cats for us vermittelt selbst keine Tiere, erklärt aber, wie der Weg typischerweise abläuft.

Vor der Adoption: passt eine Katze zu mir?

Eine Katze kann 15 Jahre und älter werden. Stellen Sie sich deshalb vorab ehrlich ein paar Fragen:

  • Zeit: Haben Sie täglich Zeit für Spiel, Pflege und Zuwendung? Wer lange außer Haus ist, sollte über zwei Katzen nachdenken.
  • Wohnung: Sind Haustiere im Mietvertrag erlaubt? Lassen sich Fenster und Balkon sichern?
  • Freigang: Ist Freigang in Ihrer Wohnlage sicher möglich, oder wird die Katze eine Wohnungskatze? Manche Tierheimkatzen sind Freigang gewohnt und werden nur dorthin vermittelt.
  • Kosten: Futter, Streu, Ausstattung, Impfungen, Vorsorge und Rücklagen für Krankheiten gehören dazu.
  • Urlaub und Notfälle: Wer kümmert sich um die Katze, wenn Sie verreisen oder krank sind?
  • Mitbewohner: Gibt es Allergien in der Familie? Leben bereits andere Tiere im Haushalt?

Der Ablauf im Tierheim

Jedes Tierheim und jeder Verein hat eigene Regeln, der Ablauf ist aber meist ähnlich:

  1. Informieren und Kennenlernen: Viele Tierheime stellen ihre Katzen online vor. Vereinbaren Sie einen Besuch und sprechen Sie mit den Pflegerinnen und Pflegern, die die Tiere gut kennen. Oft lohnt es sich, nicht nach dem Foto, sondern nach dem Charakter auszuwählen.
  2. Selbstauskunft: Sie beantworten Fragen zu Wohnsituation, Erfahrung, Arbeitszeiten und anderen Tieren.
  3. Vorkontrolle: Manche Organisationen sehen sich die Wohnung vorher an, um zu prüfen, ob sie zur Katze passt.
  4. Schutzvertrag und Schutzgebühr: Im Vertrag stehen Pflichten wie artgerechte Haltung, Kastration und tierärztliche Versorgung, oft auch ein Rücknahmerecht. Die Schutzgebühr deckt einen Teil der Kosten des Tierheims.
  5. Übergabe: Sie erhalten Impfpass oder EU-Heimtierausweis, Informationen zur Gesundheit und zum bisherigen Futter.

Tierheimkatzen sind in der Regel tierärztlich untersucht, geimpft und, je nach Alter, kastriert und gechippt. Fragen Sie nach, was bereits erledigt ist.

Das Zuhause vorbereiten

Bevor die Katze einzieht, sollte alles bereitstehen. Am besten richten Sie einen Eingewöhnungsraum ein, ein ruhiges Zimmer, in dem die Katze die ersten Tage verbringen kann:

  • Versteckmöglichkeiten: eine Höhle, ein Karton mit Decke, ein Platz unter dem Bett. Eine Katze, die sich verstecken darf, fasst schneller Vertrauen.
  • Toilette: an einer ruhigen Stelle, mit der Streu, die die Katze kennt, und nicht direkt neben dem Futter.
  • Futter und Wasser: zunächst das gewohnte Futter, damit der Magen nicht zusätzlich gestresst wird.
  • Kratzmöglichkeit und Schlafplatz: ein Kratzbrett oder kleiner Kratzbaum und eine Decke, die nach Ihnen riecht.
  • Sicherheit: gekippte Fenster sichern, giftige Pflanzen wie Lilien entfernen, Kabel und Kleinteile wegräumen.

Eine stabile Transportbox für die Abholung und spätere Tierarztbesuche gehört ebenfalls zur Grundausstattung. Was sonst noch in einen katzengerechten Haushalt gehört, steht unter Katzenhaltung.

Die Eingewöhnung Schritt für Schritt

Die ersten Tage: Stellen Sie die Transportbox im Eingewöhnungsraum ab, öffnen Sie sie und lassen Sie die Katze selbst entscheiden, wann sie herauskommt. Setzen Sie sich ruhig dazu, sprechen Sie leise, aber drängen Sie sich nicht auf. Futter, Wasser und Toilette sollten ohne Umwege erreichbar sein.

Vertrauen aufbauen: Sitzen Sie täglich eine Weile im Raum, lesen Sie ein Buch, bieten Sie Leckerlis oder ein Spiel mit der Federangel an. Ein langsames Blinzeln wird von vielen Katzen als freundliches Signal verstanden. Wie Sie die Körpersprache Ihrer Katze lesen, erklärt der Ratgeber Katzensprache verstehen.

Die Wohnung erweitern: Wenn die Katze entspannt frisst, die Toilette nutzt und neugierig wird, öffnen Sie die Tür zu weiteren Räumen. Lassen Sie den Eingewöhnungsraum als sicheren Rückzugsort bestehen.

Andere Tiere: Leben bereits Katzen im Haushalt, sollte die Zusammenführung langsam erfolgen: zuerst getrennte Räume, dann Geruchsaustausch über Decken, dann Sichtkontakt, etwa durch ein Gitter, und erst danach direkte Begegnungen unter Aufsicht.

Freigang: Eine Katze, die später hinausdarf, sollte erst nach einigen Wochen und erst dann rausgelassen werden, wenn sie ihr neues Zuhause als Revier angenommen hat und sicher zurückfindet. Fragen Sie das Tierheim, welche Wartezeit es empfiehlt.

Die ersten Wochen: Gesundheit im Blick

Vereinbaren Sie in den ersten Wochen einen Termin bei Ihrer Tierarztpraxis, damit sie die Katze kennenlernt und den Impfstatus prüft. Umzug und neue Umgebung sind Stress, der sich bei manchen Katzen als vorübergehender Schnupfen, Durchfall oder Appetitlosigkeit zeigt. Frisst die Katze länger als einen Tag gar nicht, ist ein Tierarztbesuch nötig. Mehr dazu unter Katzengesundheit.

Was eine Adoption besonders macht

Viele Tierheimkatzen haben schwierige Zeiten hinter sich: Sie wurden abgegeben, gefunden oder aus schlechter Haltung geholt. Umso schöner ist es, wenn sie in einem neuen Zuhause aufblühen. Eine gelungene Adoption entlastet das Tierheim, das dann einem weiteren Tier helfen kann, und sie verhindert, dass Nachfrage nach Vermehrerkitten entsteht. Wer sich trotzdem für eine Rassekatze entscheidet, findet Hinweise in Seriöse Züchter erkennen, denn auch dort gilt: Gesundheit und Herkunft zählen mehr als der Preis.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was kostet es, eine Katze aus dem Tierheim zu adoptieren?
Tierheime verlangen eine Schutzgebühr, deren Höhe je nach Einrichtung, Alter der Katze und erbrachten Leistungen unterschiedlich ist. Darin sind meist ein Teil der Kosten für Impfungen, Kastration, Chip und tierärztliche Versorgung enthalten. Fragen Sie beim jeweiligen Tierheim nach dem aktuellen Betrag.
Warum machen Tierheime eine Vorkontrolle?
Die Vorkontrolle soll sicherstellen, dass die Katze in ein passendes Zuhause kommt, etwa dass Fenster und Balkon gesichert sind oder Freigang möglich ist, wenn die Katze ihn gewohnt ist. Sie ist kein Misstrauensvotum, sondern Teil der Verantwortung, die das Tierheim für seine Tiere trägt.
Wie lange dauert die Eingewöhnung einer Tierheimkatze?
Das ist sehr unterschiedlich. Manche Katzen erkunden schon nach Stunden die Wohnung, andere bleiben tagelang im Versteck. Rechnen Sie mit einigen Wochen, bis sich ein Alltag eingespielt hat, und mit mehreren Monaten, bis eine ängstliche Katze volles Vertrauen fasst.
Sollte ich lieber ein Kitten oder eine erwachsene Katze adoptieren?
Kitten sind verspielt und anpassungsfähig, brauchen aber viel Zeit, Erziehung und am besten einen Artgenossen. Bei erwachsenen Katzen kennt das Tierheim den Charakter bereits und kann gut einschätzen, ob sie zu Ihnen passt. Gerade ältere Katzen warten oft lange auf ein Zuhause.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026.